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Bannwald

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Natur einfach Natur sein lassen

Für gewöhnlich ist Wald in Deutschland bewirtschaftet. Das bedeutet, dass es Förster gibt, die das Wachstum und den Zustand der Bäume kontrollieren und gegebenenfalls eingreifen, indem sie kranke oder von Schädlingen wie dem Borkenkäfer befallene Bäume fällen. Außerdem werden gesunde Bäume geschlagen, um ihr Holz zu verarbeiten.

In einem Bannwald ist das anders. Hier kann der Wald so wachsen, wie er das früher getan hat, also vor dem Eingriff durch den Menschen. Es gibt folglich keine Förster und keine Bewirtschaftung. Das hat mehrere Auswirkungen. Verschiedene Baumarten können ungehindert wachsen. Alte Bäume stürzen um und verrotten, bilden somit neue Nährstoffe für den Boden. Außerdem entstehen somit kleine Lichtungen, die anderen Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten. Im Unterholz finden Tiere Verstecke und können sich Unterschlüpfe anlegen. Einige Vogelarten bevorzugen die abgebrochenen Stämme als Nistplätze.

Im Schwarzwald gelten mehrere Gebiete als Bannwälder, die insgesamt eine Fläche von 4.600 Hektar einnehmen. Der bekannteste Bannwald befindet sich in der Kernzone des Nationalparks Schwarzwald in der Nähe von Baiersbronn, besteht aber bereits seit 1911. Er geht auf eine Empfehlung von Christian Wagner, damals Professor für Forstwirtschaft, aus dem Jahre 1908 zurück, den zu jener Zeit schon recht unberührten Wald zu erhalten. Anfangs belief sich die Fläche auf rund 86 Hektar. Später, 1998 wurde der Bannwald erweitert auf 150 Hektar. Er bildet in Baden-Württemberg das älteste Naturwaldreservat. Mit 102 Hektar ebenfalls beachtlich ist der Feldseewald am Feldbergmassiv.

Werden Wälder nur sehr eingeschränkt wirtschaftlich genutzt, so spricht man von Schonwäldern. Davon gibt es im Schwarzwald insgesamt 11.500 Hektar. Der Begriff »Bannwald« ist recht alt. Im Mittelalter beschrieb das Wort »Bann« die Tatsache, dass an einem Ort nur der jeweilige Landesherr ein Recht zur Nutzung besaß. Alle Anderen, zum Beispiel Bauersleute, waren daraus »verbannt«. Somit hat »Bannwald« die Bedeutung, dass niemand ein Nutzungsrecht an dem Waldstück hat. Speziell in Baden-Württemberg gilt der »Bann« vollständig, jedwede Art der Nutzung ist in einem Bannwald untersagt.

Ausführliche Seite zu Bannwald und Wildem See: Bannwald und Wilder See bei Schwarzwald-Informationen.de

Auch außerhalb des Nationalparks gibt es imposante Bannwälder: Bannwald im Wehratal

Lust auf eine Wanderung um den Nationalpark? Baiersbronner Himmelsweg

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