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(Uhrmacher-) Drehbank

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Feinwerktechnik vom Feinsten

Der Schwarzwald war bereits im achtzehnten Jahrhundert bekannt für seine Uhren. Diese wurden zu jener Zeit auf den Bauernhöfen hergestellt und von den Uhrenträgern auf Märkten in verschiedenen Teilen der Welt verkauft. Im neunzehnten Jahrhundert verlagerte sich die Uhrenproduktion mehr und mehr in eigens dafür gegründete Fabriken, wie sie etwa in Triberg, St. Georgen oder Schramberg entstanden. Durch sie änderte sich auch die Herstellungsweise. Die Bauersleute benutzten bis dahin vorrangig Holz als Werkstoff, die industrielle Produktion setzte nunmehr Metall ein. Außerdem entwickelte man ab sofort auch hochspezialisierte Zeitmesser wie Wecker oder Kontrolluhren.

Allerdings gab es einige Betriebe im Schwarzwald, vor allem in St. Georgen, die bereits im neunzehnten Jahrhundert einfache Drehbänke herstellten und sie an die Uhrmacher auf den Höfen verkauften. Diese Firmen waren zunächst Schmieden, die sich in der Folge stetig vergrößerten. Anfangs fertigten sie neben den Drehbänken auch weitere Bestandteile für die Uhren, waren also ein Glied der Arbeitsteilung bei der Uhrenherstellung im Schwarzwald.

Durch die Drehbank konnten die Einzelteile der Uhren von den Bauersleuten schneller und einfacher bearbeitet werden. Das Prinzip dieses Werkzeugs ist es, ein Bauteil so einzuspannen, dass es zwar fixiert ist, aber um die eigene Achse gedreht werden kann. Somit ist es möglich, das Werkstück von verschiedenen Seiten zu bearbeiten und sogar rotieren zu lassen, während es bearbeitet wird. Außerdem hat man durch das Einspannen beide Hände frei, wodurch ein genaueres Führen der Werkzeuge möglich wird. Der Einsatz einer Drehbank wird, sofern es sich bei dem eingespannten Werkstück um eines aus Metall handelt, auch »spanende Metallbearbeitung« genannt.

Die bereits erwähnten ehemaligen Schmieden wuchsen im Verlauf zu Spezialisten für Drehbänke heran, die sie nicht nur für die Uhrmacherei, sondern auch andere Bereiche herstellten. Sie bauten Fräsmaschinen und industrielle Werkzeuge. Ausgehend von dieser Ausrichtung entstanden im zwanzigsten Jahrhundert weitere Firmen im Bereich Feinwerktechnik, die sich speziell dem Bereich Unterhaltungselektronik widmeten, vor allem in St. Georgen und Villingen. Von großer Bekanntheit sind Namen wie Dual, PE und SABA, die es inzwischen allerdings nicht mehr gibt. Diese Firmen fertigten Schallplattenspieler, Cassettenrekorder und Tonbandgeräte. In St. Georgen erinnert heute das Deutsche Phonomuseum an jene Ära.

Außerdem gibt es in St. Georgen das Hotel Federwerk, das in einem ehemaligen Fabrikgebäude eingerichtet ist und die Industriegeschichte des Ortes erlebbar macht. Jedes Zimmer ist in seinem Design einer Firma bzw. einer technischen Innovation gewidmet. So enthält das Haus insgesamt 51 verschiedene Episoden über die Erfinder der Stadt.

 

Im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen gibt es Drehbänke aus dem 19. Jahrhundert zu bewundern. Deutsches Uhrenmuseum Furtwangen: Drehbänke

Uhrenmacher im Schwarzwald

Einige historische Uhren befinden sich auch hier: Phonomuseum St. Georgen

Industriegeschichte erleben und in einem ehemaligen Fabrikgebäude angenehm und erholsam Urlaub machen? Das geht in St. Georgen. Hotel Federwerk

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