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Hochzeitspaar

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Immer ein besonderes Fest

Eine traditionelle Hochzeit im Schwarzwald unterscheidet sich von den Feierlichkeiten, wie sie heutzutage üblich sind. Sie enthält mehrere Programmpunkte. Den Ehrentänzen kurz nach der eigentlichen Trauung folgt um die Mittagszeit die Zeche, wobei nur die nächsten Verwandten des Brautpaares freigehalten werden. Danach kommt ein Hochzeitsessen, das als opulent bezeichnet werden kann. Nach weiteren Tänzen tischt man ein Nachtessen auf, meist Kartoffelsalat mit Würstchen. Um Mitternacht ist die Feierlichkeit zu Ende.

 

Ihr folgt allerdings eine Nachhochzeit, bei der das Brautpaar ein Essen spendiert bekommt, meist am nächsten Tag oder dem nächsten Sonntag. Auch ziehen die frisch Vermählten erst nach der Hochzeit zusammen.

 

Was aber ist eine Zeche? Ursprünglich, d.h. noch bis ins fünfzehnte Jahrhundert, bedeutete das Wort »Gesellschaft, Genossenschaft«. Später veränderte sich sein Sinn hin zu »Beitrag zu einem gemeinsamen Gelage« und schließlich »Wirtshausrechnung«. So heißt es auch heute noch, dass »jemand die Zeche zahlen muss«, also für alles aufkommen muss.

 

Die Hochzeit bildete einen Wendepunkt bei der Tracht für Frauen. Für Unverheiratete war der Bollenhut rot, nach der Hochzeit dann schwarz. Auch die aus St. Georgen bekannte Schäppelekrone durfte nur bis zur Eheschließung getragen werden. Da sowohl zum Bollenhut wie auch zur Schäppelekrone eine bestimmte Tracht gehörte, bedeutete das, dass die Braut bei einer Schwarzwälder Hochzeit nicht in Weiß gekleidet war, wie es heute weit verbreitet ist.

 

Eine Besonderheit zum Thema Hochzeit gibt es auch in Triberg. Mit 1,5 Quadratmetern Fläche befindet sich hier Deutschlands kleinstes Standesamt. Da passen nur eine Standesbeamte und das Brautpaar hinein. Willst Du vielleicht lieber im höchsten Trauzimmer Baden-Württembergs heiraten? Dann geht das auch im Schwarzwald, nämlich im Feldbergturm. Hast Du noch keine Verlobte oder keinen Verlobten? Dann solltest Du nach Freiburg reisen und die Altstadt aufsuchen. Eine Sage weiß nämlich zu berichten, dass jemand, der von außerhalb kommt und aus Versehen in eines der Freiburger Bächle tritt, zukünftig einen Freiburger oder eine Freiburgerin heiraten wird.

Im Schwarzwald ist die Zahl regionaler Trachten recht hoch. Hier ein Beispiel: 

Traditionelle Trachten aus Kirnbach

Hier gibt es historische Aufnahmen von Hochzeitspaaren inklusive der Schäppelekrone: 

Hochzeitspaare früher (Originalbilder)

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