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(Schwarzwälder-) Kuckucksuhr

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»Kuckuck, kuckuck« rufts aus der Uhr.

Die Kuckucksuhr ist das Wahrzeichen des Schwarzwaldes schlechthin. Die Wanduhr in der Form eines Häuschens, aus dem ein Kuckuck durch eine Klappe herauslugt und die Stunde ausruft, ist auf der ganzen Welt bekannt und ein beliebtes Souvenir für Deutschlandurlauber aus anderen Ländern.

Es wird vermutet, dass eine erste Form der Schwarzwälder Kuckucksuhr um das Jahr 1738 in der Werkstatt des Schönwälder Uhrmachers Franz Anton Ketterer entstanden ist. Womöglich geht die Idee aber schon auf Ketterers Vater zurück. Auch Michael Dilger aus Neukirch und Matthäus Hummel sollen schon 1742 Kuckucksuhren im Schwarzwald gebaut haben. Von Friedrich Dilger weiß man zumindest, dass er 1712 in Frankreich sein Wissen über die Uhrmacherei vertieft hat.

 

Ob das Konzept einer Uhr mit einem Vogelruf ursprünglich aus dem Schwarzwald stammt, ist nicht mehr sicher zu klären. So soll bereits der Kurfürst Johann Georg I von Sachsen eine Uhr mit Kuckucksruf anno 1619 in seiner Sammlung gehabt haben. Auch gibt es im Straßburger Münster eine künstlerisch ausgestaltete Uhr mit einem krähenden Hahn. Das könnte vielleicht eine Inspiration zur Kuckucksuhr gewesen sein.

 

Zu Zeiten der Uhrmacher Ketterer, Dilger und Hummel sah die Kuckucksuhr noch nicht so aus wie heute. Es handelte sich zunächst um eine Holzuhr, die mit einem Kuckucksruf in Form zweier kleiner Orgelpfeifen versehen war. Die heute übliche, weltweit bekannte äußerliche Gestaltung der Kuckucksuhr geht auf eine Initiative von Robert Gerwig zurück. Der geniale Konstrukteur der Schwarzwald- und der Höllentalbahn war nämlich von 1850 bis 1857 der erste Direktor der Herzoglich Badischen Uhrmacherschule in Furtwangen, die im Jahre 1850 speziell für die Belange kleiner Uhrmacher gegründet worden war, um ein Gegengewicht zur zunehmend industriellen Massenproduktion von Uhren zu bilden. Gerwig suchte in einer Art Wettbewerb nach Entwürfen für neue, zeitgemäße Uhrenmodelle und heraus kam dabei die sogenannte »Bahnhäusleuhr«, deren Kennzeichen vor allem das Schrägdach ist. Von Friedrich Eisenlohr entworfen, ist sie im Wesentlichen einem Bahnwärterhäuschen nachempfunden, was zur damaligen Zeit etwas sehr Modernes war.

 

Im Laufe der Jahre wurden diesem Grundkonzept von verschiedenen Werkstätten alle möglichen Verzierungen und teils kunstvoll ausgearbeitete Schnitzereien hinzugefügt, sodass die Kuckucksuhr trotz der Bahnhäusleform stets individuell gestaltet ist. Es gibt sogar Ausführungen, die außer dem Kuckuck noch zusätzliche Figuren aufweisen, die sich bewegen oder die Viertelstunden per Ruf anzeigen.

Die meisten Kuckucksuhren sind recht klein, nur eine ist ziemlich riesig. Sie befindet sich in Triberg und ist über fünfzehn Meter hoch. Ihr Uhrwerk wiegt an die sechs Tonnen, doch das Tollste ist, dass Du ihr Inneres betreten kannst. Ist das nicht prima? Das ist wie ein Blick-Durch-Puzzle, nur in groß.

Ist dies die älteste Kuckucksuhr? Blog des Deutschen Uhrenmuseums

Und noch eine Folge aus dem Blog über die sehr frühen Kuckucksuhren.

Blog des Deutschen Uhrenmuseums

Hier gibt es einen Artikel über Robert Gerwig, Direktor der früheren Uhrmacherschule Furtwangen und Konstrukteur der Schwarzwaldbahn. Deutsche Biographie: Robert Gerwig

Die weltgrößte Kuckucksuhr im Eble Uhrenpark in Triberg ist sogar begehbar. Weltgrößte Kuckucksuhr

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